St.Gallen - Um die Zahl der Solaranlagen auf Schweizer Dächern zu steigern, müssten die Präferenzen der Hausbesitzer eruiert werden, meint die Universität St.Gallen. Sie hat untersucht, ob Hausbesitzer bei einer Dachrenovation eine Solaranlage installieren würden. Eine Mehrheit hat Interesse.

Die finanzielle Unterstützung für die Installation einer Solaranlage auf dem eigenen Dach ist seit 2018 rückläufig, bis 2030 soll sie ganz eingestellt werden, erläutert die Universität St.Gallen (HSG) in einer Mitteilung. Um Hausbesitzer trotzdem zum Kauf einer Solaranlage zu bewegen, müssten ihre Präferenzen besser verstanden werden, heisst es dort weiter. Wissenschaftler am Institut für Wirtschaft und Ökologie an der HSG haben deswegen insgesamt 408 Hausbesitzer befragt, die innerhalb der nächsten zehn Jahre eine Renovation ihres Daches planen.

Den Ergebnissen zufolge sind 57 Prozent der Befragten an der Installation einer Solaranlage interessiert. Dabei würden sich 26 Prozent der Hausbesitzer für fest in das Dach integrierte Solarzellen entscheiden, 31 Prozent zögen die preisgünstigere Variante am Dach befestigter Solarzellen vor. Die Befragung habe zudem ergeben, dass rote und schwarze Solarzellen gegenüber den aktuell noch am häufigsten angebotenen blauen Solarzellen präferiert werden. Darüber hinaus zögen die Befragten in der Schweiz oder in Europa gefertigte Solarzellen ihren Pendants aus China vor.

„Dieser Befund zeigt, dass eine Produktdifferenzierung vonseiten der Anbieter sehr wichtig ist für die maximale Verbreitung von Solaranlagen“, wird HSG-Wissenschaftlerin Beatrice Petrovich in der Mitteilung zitiert. Sie und ihre Kollegen haben zudem festgestellt, dass sich eine bereits vorhandene Verbreitung von Solaranlagen positiv auf die Zustimmung zu diesen auswirkt. „Dies könnte von Personen aus der Politik oder Marketingleuten genutzt werden, etwa indem spezielle Kampagnen gefahren werden, die beispielsweise Neuinstallationen für das Umfeld sichtbarer machen“, meint Petrovich. hs