Fukushima - In der Nähe des havarierten Kernkraftwerks Fukushima ist die weltweit grösste Anlage eingeweiht worden, die Wasserstoff mit erneuerbarem Strom herstellt. Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe will Japan zu einer Wasserstoffwirtschaft umbauen.

Japans Regierungschef Shinzo Abe hat in der Nähe des 2011 havarierten Kernkraftwerks Fukushima das Fukushima Hydrogen Energy Research Field eingeweiht. Die Anlage umfasst ein Solarkraftwerk mit einer Fläche von 180‘000 Quadratmetern und einer Leistung von 20 Megawatt sowie einen Elektrolyseur, der aus Wasser und Strom Wasserstoff erzeugt. 

Der Wasserstoff aus Fukushima soll sowohl für die Energieerzeugung als auch als Rohstoff für Chemieunternehmen verwendet werden, wie aus einer Mitteilung des Betreibers Toshiba Energy Systems hervorgeht. Der Elektrolyseur soll auch zur Stabilisierung des Stromnetzes eingesetzt werden.

Die Forschungsanlage in Fukushima solle dazu beitragen, dass sauberer Wasserstoff bis 2050 günstiger werde als Erdgas, sagte Abe laut einer Mitteilung des japanischen Wirtschaftsministeriums anlässlich der Einweihung der Anlage am 7. März. Abe will Japan zu einer Wasserstoffwirtschaft umbauen.

Abe hat die für 2020 vorgesehenen Olympischen Spiele in Tokio zum Schaufenster der Wasserstoffwirtschaft machen wollen. So startet der Lauf der Olympischen Fackel am 26. März in Fukushima; die Fackel wird mit Wasserstoff aus der Anlage betrieben, wie Abe in seiner Rede in Fukushima betonte. Auch der öffentliche Verkehr während der Spiele in Tokio und im Olympischen Dorf soll weitgehend wasserstoffbasiert sein. Ob die Spiele allerdings wie geplant im Juli beginnen können, ist angesichts der Corona-Pandemie offen. stk