Chur - Die Massnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie haben den Stromverbrauch und damit auch den CO2-Ausstoss sinken lassen. Dies stellt die Fachhochschule Graubünden in einer Studie fest. Sie sieht ein hohes Umstellungspotenzial für den Klimaschutz.

Massnahmen wie Social Distancing, Kurzarbeit und die Schliessung von Betrieben und öffentlichen Einrichtungen haben die Nachfrage nach Strom stark sinken lassen, erläutert die Fachhochschule Graubünden (FHGR) in einer Mitteilung. Forscher der FHGR haben gemeinsam mit Kollegen von der Technischen Universität Kaiserslautern eine entsprechende Studie durchgeführt.

Für die Studie hatten die Forscher den Stromverbrauch in 16 europäischen Ländern untersucht. Den Ergebnissen zufolge war der Verbrauch durch die Massnahmen jeweils um rund 18,8 Prozent gesunken. Diese Reduktion des Stromverbrauchs habe zu einer Reduktion der CO2-Emissionen um rund 34 Prozent geführt, heisst es in der Mitteilung weiter.

In der Schweiz wird ein Grossteil des Stroms mit Wasser- und Atomkraft produziert, erläutert die FHGR in der Mitteilung. Die Schweiz habe daher im europäischen Vergleich bereits einen relativ geringen CO2-Fussabdruck im Energiesektor, der durch die ergriffenen Massnahmen nicht signifikant weiter reduziert worden sei. Einsparungen seien hierzulande aber über den stark reduzierten öffentlichen und individuellen Verkehr sowie die weitgehende Einstellung des Flugverkehrs erzielt worden.

„Dies bedeutet aber längst nicht, dass die Schweiz dadurch ihre Klimaziele für das Jahr 2020 erreichen wird“, wird FHGR-Forscher Adhurim Haxhimusa in der Mitteilung zitiert. Für Haxhimusa resultiert jedoch aus den Erfahrungen während der Pandemie „ein grosses Umstellungspotenzial in vielen Facetten unseres Lebens“, das zur Erreichung der kurzfristigen Klimaziele genutzt werden könnte. hs