Bern - Der Verzicht auf Kernkraft und geringere Importkapazitäten gefährden nach Ansicht der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (ElCom) die Versorgungssicherheit der Schweiz im Winterhalbjahr. Als Lösung schlägt die ElCom den Ausbau der Winterproduktion um 5 bis 10 Terawattstunden vor.

In den vergangenen Jahren habe die Schweiz im Winterhalbjahr jeweils rund 4 Terawattstunden Strom importiert, erläutert die ElCom in einer Mitteilung. Sie plädiert vor dem Hintergrund fallender Exportkapazitäten der Nachbarländer dafür, auch nach dem Verzicht auf Kernenergie den Importbedarf nicht auf über 10 Terawattstunden jährlich ansteigen zu lassen. Dafür müsste nach Ansicht der ElCom die inländische Winterproduktion um 5 bis 10 Terawattstunden jährlich ausgebaut werden.

In derselben Mitteilung geht die ElCom auch auf die Netzseite der Stromversorgung ein. Hier rechnet die ElCom mit steigenden Herausforderungen durch ungeplante Lastflüsse. Gemeinsam mit den zuständigen Institutionen arbeite die ElCom daher an einer Anpassung des Regelwerks zur Gewährleistung der Netzsicherheit, heisst es in der Mitteilung. Im selben Zusammenhang hält die ElCom zudem den Abschluss eines Stromabkommens mit der EU für notwendig.

Der während des Lockdowns beobachtete Rückgang des Stromverbrauchs um rund 10 Prozent an Werktagen hat nach Ansicht der ElCom die Versorgungssicherheit trotz damit einhergehenden sinkenden Preisen nicht beeinträchtigt. Als Risiko für die Versorgungssicherheit wird in der Mitteilung aber die durch Revisionen reduzierte Verfügbarkeit der französischen Kernkraftwerke genannt. hs