Winterthur - Ein gemeinsames Projekt zweier Hochschulen und zweier Energieversorger will helfen, spielerisch Strom zu sparen. Erste Ergebnisse eines Gruppentests der dazu entwickelten Spiel-App zeigen, dass dies funktionieren kann.

Je 60 Haushalte aus Winterthur und dem Tessin hatten von Anfang Februar bis Ende April Gelegenheit, ihren Stromverbrauch spielerisch zu reduzieren. Sie wurden dazu mit einer Spiel-App ausgerüstet, die nicht nur im 15-Minutentakt den aktuellen Stromverbrauch des Haushalts anzeigte, sondern auch Tipps gab, diesen zu senken. Dabei spielte die eine Hälfte im Team für ein gemeinsames Ziel. In der anderen Hälfte trat man gegeneinander im Wettbewerb um das beste Stromsparergebnis an. Eine dritte Gruppe wurde bei dem Gemeinschaftsprojekt der Züricher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW), der Fachhochschule der italienischen Schweiz (SUPSI), sowie der beiden Energiedienstleister Electric Agency Massagno SA (AEM) und Stadtwerk Winterthur zur Kontrolle eingesetzt. Ihr Stromverbrauch wurde zwar auch gemessen, sie bekamen jedoch keine Spiel-App.

In einer Medienmitteilung gab die ZHAW nun die Ergebnisse des Tests bekannt. Danach reduzierten die am Spiel teilnehmenden Haushalte in beiden Gruppen ihren Stromverbrauch in den drei Monaten um durchschnittlich 5 Prozent. Der Verbrauch der Kontrollgruppe ohne App stieg im gleichen Zeitraum dagegen um 10 Prozent an.

Bis Mitte 2017 wollen die Organisatoren nun prüfen, ob sich der spielerische Effekt auch langfristig halten lässt. „Neben der langfristigen Verhaltensänderung durch die Spiel-App untersuchen wir auch, mit welchen Massnahmen und warum die Teilnehmenden Energie eingespart haben“, erklärt ZHAW-Forscher Vicente Carabias dazu in der Mitteilung. hs